Gaethje entthront Topuria

Dramatischer Titelkampf krönt wilden UFC-Abend in Washington

bauer_mmaVon Michael Bauer, Washington
UFC-Freedom-250-A-general-view-of-the-fight-between-Ilia-Topuria-and-Justin-Gaethje-as-they-compete-in-a-lightweight-title-bout-the-final-fight-of-UFC-Freedom-250-on-the-South-Lawn-of-the-White-House-in-Washington-DC-USA-15-June-2026
Ein Titelkampf für die Geschichtsbücher: Ilia Topuria und Justin Gaethje lieferten ein MMA-Spektakel. (Foto: IMAGO/EPA)
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15.06.2026 | 08:54 Uhr
Einige der besten MMA-Kämpfer der Welt steigen vor dem Weißen Haus in den Käfig. Vor dieser bizarren und gleichzeitig einzigartigen Kulisse bekommen die Fans einen der dramatischsten Titelkämpfe aller Zeiten zu sehen.

Dieses Ende hätte kein Drehbuch vorgeben können. Bei der MMA-Veranstaltung vor dem Weißen Haus folgt ein spektakulärer Kampf auf den anderen. Zwei Publikumslieblinge kassieren empfindliche Niederlagen, zum Schluss triumphiert ein amerikanischer Underdog.

Im ersten Kampf sicherte sich der US-Amerikaner Justin Gaethje überraschend die UFC-Krone im Leichtgewicht. Es war ein erbarmungloser Kampf, der schon in der ersten Runde schnell zur Materialschlacht wurde. Ilia Topuria zeigte überhaupt keinen Respekt, was die Schlagkraft des Amerikaners anging und kassierte etliche Treffer, teilte aber auch ordentlich aus. Mit dem Jab hatte Gaethje immer wieder Erfolg. In der zweiten Runde streute Topuria immer mehr Finten ein und landete viele Körpertreffer. Nach einem Lebertreffer des Champions verlagerte sich das Geschehen auf den Boden. Topuria versuchte, einen Aufgabegriff anzubringen, Gaethje konnte sich dessen jedoch erwehren.

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In Runde drei setzte Gaethje wieder die besseren Treffer. Mit einer rechten Geraden schickte er seinen Gegner zu Boden. Topuria fing sich zwar noch irgendwie, nach Punkten ging die Runde aber an den Amerikaner. In der Rundenpause deutete Topuria an, nichts mehr sehen zu können, aber weitermachen zu wollen. Das rief den Ringarzt auf den Plan, der den Kampf abbrechen wollte. Topuria beharrte darauf, weiterzukämpfen, der Referee gab grünes Licht.

Die Erholungspause tat beiden Kämpfer gut. Vor allem Topuria drehte nochmal auf. Gegen Ende der Runde kassierte der Champion allerdings mehrere Uppercuts und am Boden ein Knie in die Rippen, das ihn zusammenzucken ließ. Die Ecke Topurias warf daraufhin das Handtuch. Gaethje war neuer Champion.

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"Ich wollte etwas Legendäres liefern und das war es, denn ich kann es selbst nicht glauben", sagte Gaethje nach dem Kampf. Es sei ein unvergleichlicher Moment in seiner Karriere.

Auch zweiter Publikumsliebling scheitert

Im zweiten Titelkampf des Abends konnte Alex Pereira Geschichte schreiben und nach seinen Erfolgen im Mittelgewicht und Halbschwergewicht in der dritten Gewichtsklasse Champion werden. Das hat noch kein UFC-Kämpfer bislang geschafft. Mit Ciryl Gane hatte er ein besonders agiles Schwergewicht vor den Fäusten. In der ersten Runde zeigten beide ihr ganzes Können, der Brasilianer wartete ab und landete Legkicks, Gane traf mit Schlägen zum Körper.

In der zweiten Runde ging Gane dann offensiver zur Sache. Der Franzose landete einen krachenden Jab, der Pereira kräftig durchschüttelte. Gane setzte nach, landete Schlag um Schlag. Pereira hielt sich wacker auf den Beinen, auch wenn er kaum noch seine Deckung oben halten konnte. Nach einem harten linken Haken hatte der Referee genug gesehen. Der Franzose ist damit Interimschampion im Schwergewicht. Er forderte im Anschluss einen Kampf gegen Champion Tom Aspinall im September in Paris.

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Sean O'Malley ist einer der populärsten Kämpfer der UFC. Der Amerikaner wollte mit einem Sieg gegen Aiemann Zahabi eine Chance auf den Titel im Bantamgewicht sichern. Der Kanadier bereitete seinem Kontrahenten aber einige Probleme. Mit Legkicks brachte er O'Malley aus dem Rhythmus und wahrte die Distanz. Erst in Runde zwei nutzte O'Malley dann seine größere Reichweite. Erst lief Zahabi in einen krachenden Jab des Amerikaners, O'Malley ließ eine Eins-Zwei-Kombination folgen und der Kanadier ging zu Boden.

Mit Derrick Lewis und Josh Hokit trafen zwei Amerikaner aufeinander. Die Schwergewichte tasteten sich zwei Minuten lang ab, ehe Hokit den deutlich schwereren Lewis zu Boden rang. Hier versuchte er, den Kampf durch einen Armhebel zu entscheiden. Die Rundenpause rettete Lewis. In Runde zwei zeigte Hokit aber keine Gnade mehr. Er trieb den sichtlich erschöpften Lewis vor sich her, brachte Eins-Zwei-Kombinationen ins Ziel. Lange wankte Lewis nur, nach einer harten Schlagsalve sank er zu Boden, der Kampf war entschieden.

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Für den US-Amerikaner Michael Chandler gab es im Leichtgewicht-Duell gegen Mauricio Ruffy mächtig Prügel. Der Brasilianer demonstrierte seine ganze Klasse und sein kreatives Striking. Mit niedriger Deckung feuerte er Schläge aus der Hüfte und verpasste Chandler gleich mehrere Drehkicks, von denen einer seinen Gegner zu Boden beförderte. Es folgten zwei Schläge, ohne dass sich Chandler intelligent verteidigen konnte. Der Kampf war beendet.

Im Anschluss hielt der Brasilianer um die Hand seiner Freundin an. Sie haben nie das Geld für eine große Hochzeitsfeier gehabt, sagte Ruffy. Seine Freundin bejahte den Antrag.

UFC Freedom 250 Fightcard

Leichtgewicht: Justin Gaethje besiegt Ilia Topuria (c) durch technischen Knockout in Runde vier.

Schwergewicht (Interimtitel): Ciryl Gane besiegt Alex Pereira durch technischen Knockout in Runde zwei.

Bantamgewicht: Sean O'Malley besiegt Aiemann Zahabi durch technischen Knockout in Runde zwei.

Schwergewicht: Josh Hokit besiegt Derrick Lewis durch technischen Knockout in Runde zwei.

Leichtgewicht: Mauricio Ruffy besiegt Michael Chandler durch technischen Knockout in Runde eins.

Mittelgewicht: Bo Nickal besiegt Kyle Daukas durch technischen Knockout in Runde eins.

Federgewicht: Diego Lopes besiegt Steve Garcia durch technischen Knockout in Runde zwei.

Verwendete Quelle: ntv.de